Wu Wei
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Der Begriff Wu Wei stammt aus dem Daoismus. Er wird
definiert als Nichthandeln im Sinne von „Enthaltung
eines gegen die Natur gerichteten Handelns“.
Der Begriff Wu Wei begründet sich aus der daoistischen
Auffassung vom Dao, dem umfassenden Ursprung und Wirkprinzip,
das die Ordnung und Wandlung der Dinge bewirkt, so dass
es nicht weise wäre, in das Walten dieses Prinzipes
einzugreifen. Die letzte Wahrheit ist gemäß
dieser Lehre eins und handelt spontan ohne dass der
Geist des Menschen in sie eingreifen müsste. Die
Rückkehr zum Ursprung kann nur erfolgen, wenn das
dualistische Denken aufgegeben wird und die Handlungen
natürlich und spontan erfolgen.
Wu Wei bedeutet nicht, dass man gar nicht handelt,
sondern dass die Handlungen spontan in Einklang mit
dem Dao entstehen und so das Notwendige getan wird,
jedoch nicht in Übereifer und blindem Aktionismus,
die als hinderlich betrachtet werden, sondern leicht
und mühelos. Es ist ein Zustand der inneren Stille,
der zur richtigen Zeit die richtige Handlung ohne Anstrengung
des Willens hervortreten lässt.
Das Vollkommene wird im Daoismus als leer, weich und
spontan gedacht und entsprechend sollte auch das Handeln
sein, d.h. ohne ein Eingreifen des dualistischen Intellektes,
sich der Situation anpassend und intuitiv. Das vollkommene
Handeln erkennt intuitiv das beste Mittel und es erscheint
als sinnlos, seine Energie in unfruchtbaren Handlungen
um der Handlung willen zu erschöpfen, sondern das
Handeln sollte sich auf die geeigneten Umstände
und Mittel beschränken. Die beste Übersetzung
des Begriffes Wu Wei wäre somit „Nicht-Eingreifen“
bzw. „Handeln durch Nicht-Handeln“ und es
handelt sich um eine Art von kreativer Passivität.
Aus dieser Haltung des Geschehenlassens resultieren
auch Gewaltlosigkeit und Widerstandslosigkeit als natürliche
Folge.
Der Begriff Wu Wei erschien in der chinesischen Philosophie
zum ersten Mal im Daodejing und blieb ein Wesensmerkmal
des Daoismus.
Zhuangzi XIV: „Wenn du auf dem Wasser reisen
willst, ist ein Boot dafür geeignet, weil ein Boot
sich auf dem Wasser in geeigneter Weise bewegt. Wenn
du aber an Land gehst, kommst du damit nicht weiter
und wirst nur Ärger haben und nichts erreichen
als dir selbst Schaden zuzufügen.“
Daodejing XXXVII: „Niemals tun und doch bleibt
nichts ungetan.“
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